Search engine friendly multilingual,
multi media news distribution

Das Verlangen nach mehr Transparenz – Martin Czakainski im Interview der marcus evans (Europe) Ltd.

Im Vorfeld des EVU Gipfels 2011 sprach Martin Czakainski mit marcus evans (Europe) Limited über die Situation auf dem Energiemarkt, das neue Energiekonzept, die Laufzeitverlängerung und das Thema Transparenz.

Veränderungen der letzten Jahre

Aus Sicht der Endverbraucher hat es auf dem Energiemarkt in den letzten Jahren durchaus Fortschritte ergeben. So können sie in den meisten Netzgebieten zwischen mehr als 50 potenziellen Strom- und 6 Gaslieferanten auswählen. Im Gasmarkt ist der Wettbewerb noch nicht so weit entwickelt. Er zieht aber zurzeit deutlich nach. Hier werden wir eine ähnliche Entwicklung wie im Strombereich erleben.

Eine Besonderheit ist hier allerdings, dass auf der einen Seite das Erdgas (besonders in Deutschland) mittel- bis langfristig Marktanteile bei der Raumwärme verlieren wird und auf der anderen Seite sich in den letzten zwei Jahren die verfügbaren Ressourcen durch neue Gewinnungstechniken weltweit deutlich erhöht haben (unkonventionelles Erdgas).

Wenn Deutschland die Klimaschutzziele durch die Sanierung von Gebäuden und den damit einhergehenden geringeren Verbrauch konkret und zügig umsetzen wird, ändert sich der Wärmemarkt für die Wärmeanbieter tiefgreifend.

Folgen des neuen Energiekonzepts

Erfreulich ist, dass wir erstmals nach jahrelangen Dialogrunden ein Konzept für Deutschlands Energiezukunft vorliegen haben, bei dem man jetzt auch konkret in der Sache diskutieren kann. Aus internationaler Sicht beurteilen neutrale Beobachter dieses Konzept vor dem Hintergrund der Klimadebatte als pragmatisch und zukunftsgerichtet. Das erklärte Ziel, bis 2050 eine Minderung der Treibhausgasemissionen in Höhe von mindestens 80 Prozent zu erzielen und dabei Deutschland zu einer der energieeffizientesten und umweltschonensten Volkswirtschaften bei gleichzeitig wettbewerbsfähigen Energiepreisen und hohem Wohlstandsniveau zu machen, ist sehr ambitioniert.
Der Zeitraum von vier Jahrzehnten bietet jedoch sehr viel Spielraum für marktfähige Innovationen, auf die wir hoffen dürfen.

Laufzeitverlängerung

Bei der Laufzeitverlängerung hat sich neben dem reinen Festlegen dieser politischen Rahmenbedingung vor allem die Art und Weise, wie sie zustande kam und veröffentlicht wurde, nachteilig für die betroffenen Unternehmen ausgewirkt.

Für die vier großen EVU wird die Laufzeitverlängerung aufgrund der Kernbrennstoffsteuer und weiterer Zahlungen zumindest in den nächsten Jahren zu finanziellen Belastungen führen. Erst mittel- bis langfristig dürften sich diese Laufzeitauswirkungen für die Unternehmen zu einem Vorteil generieren. Die Stadtwerke mit eigenen Erzeugungskapazitäten fühlen sich von dieser politischen Entscheidung negativ betroffen, insbesondere deshalb weil es die oligopolistischen Strukturen im Erzeugungsmarkt zementiert.

Auswirkungen der Anpassung des EEG

Die Anpassung der Förderung bei der Photovoltaik war überfällig. Ohne eine Anpassung wäre die öffentliche und politische Akzeptanz der Photovoltaik stark beeinträchtigt worden. Denn mittlerweile sind die Nettokosten für die zwischen 2000 und 2010 in Deutschland errichteten Photovoltaikanlagen auf bis zu 85 Mrd. € angestiegen.

Es ist daneben auch aus Gründen der Versorgungssicherheit zu begrüßen, dass das Bundeskabinett Anfang Februar 2011 beschlossen hat, die zum Jahresende geplante Kürzung bei Photovoltaik vorzuziehen.

Schlüssel – Durch Aufklärung und Informationsfluss zur Akzeptanz in der Gesellschaft

Die gegenwärtigen Probleme der öffentlichen Akzeptanz beim Umbau und Ausbau der Energieinfrastruktur sind nicht neu und haben gerade in Deutschland gewichtige historische Gründe. Dazu zählt u. a. der starke Wertewandel beginnend in den 1970 er Jahren, das frühe Erstarken der grünen Bewegung als politische Kraft, das Fehlen wissenschaftlich-moralischer Eliten in Deutschland, die der Bevölkerung Orientierung und Sicherheit geben könnten, die Vielfalt und Wettbewerbsintensität unseres Mediensystems und nicht zuletzt die Unterlassungssünden der Stromversorger, die nach 1998 mit Beginn der Energiemarktliberalisierung Schularbeit, öffentliche Information etc. stark vernachlässigt haben. Die sehr lebendige Zivilgesellschaft in Deutschland wird den Trend zu einer „partizipativen Energieversorgung“, in die sich die Bevölkerung immer stärker einmischt, verstärken.

Aus diesem Grund täte die Energiewirtschaft gut daran, in ihren Anstrengungen zur Aufklärung über Risiken und Chancen auf ihrem Gebiet nicht nachzulassen und dazu auch unabhängige Dritte einzuladen. Enorm wichtig ist es, weitestgehende Transparenz sicherzustellen.

Zur Person

Als Vorsitzender des EVU Gipfels 2011 moderiert Martin Czakainski im Grand Hotel Heiligendamm. Seit 1986 ist er Chefredakteur der Fachzeitschrift Energiewirtschaftliche Tagesfragen „et“; Essen. Anfang 2002 übernahm er zudem die Herausgeberschaft der „et“ sowie die Geschäftsführung des Verlages etv GmbH, Essen. Seit Anfang 2010 ist er Geschäftsführer des umfirmierten Verlages etv Energieverlag, Frankfurt/Main/Essen.

Zur Veranstaltung

Jährlich treffen sich Topentscheider aus allen Branchen und Industriebereichen des deutschsprachigen Raumes, um sich über aktuelle Gegebenheiten und Neuerungen auf dem Energiemarkt zu informieren und über Problemstellungen zu diskutieren. Weitere Informationen zur Veranstaltung und zum Veranstalter finden Sie auf http://marcusevans-seminars.de und www.evugipfel.com/et.

Ihre Kontaktmöglichkeit

Dennis Kruzien
Public Relations Summit Division
marcus evans (Europe) Limited
Tel: +357 22 849 422
Fax: +357 22 849 355
Email: pr@marcusevanscy.com
www.marcusevans.com



Tags: , , , ,

Comments are closed.

Search
Select News Category
    
Select Email Alerts
PR Agencies
Apply to Join

Distribute your news release with newsCertain. Apply to become a member. Contact us for more information

Latest Releases